Die Linsen meines Sohnes waren von früher Kindheit an nicht in der Mitte des Auges sondern subluxiert. Hinzu kam, dass er wohl von Anfang an auf beiden Seiten eine Kugellinse hatte. Beides hängt wohl damit zusammen, dass der bindegewebige Halteapparat im Auge nicht dieselbe Festigkeit aufweist, wie bei einem gesundem Menschen. Sehr früh leiern dadurch oft die Zonulafasern aus, an denen die Linsen aufgehängt sind aus oder reißen zum Teil ab – die Linsen sitzen dann nicht mehr zentriert und manchmal verformen sie sich durch die ungleichmäßigen Zugkräfte (oder so ähnlich – ich bin ja kein Arzt). Aus diesen Gründen war er ziemlich kurzsichtig und trug schon früh eine sehr starke Brille. Im Laufe der Zeit gab der Halteapparat immer mehr nach, so dass zum einen die Kurzsichtigkeit immer schlimmer wurde und zum anderen wohl grundsätzlich die Gefahr bestand, dass eine Linse abreißen könnte. Also wurde eine Augen-OP nötig.\r\n\r\nIn den Wochen vor der Operation waren alle paar Stunden verschiedene Augentropfen fällig. Eine Sorte diente dazu die Augen annähernd keimfrei zu bekommen, die anderen die erst in den Tagen vor dem OP-Termin eingesetzt wurden sollten glaube ich dafür sorgen, dass sich die Pupille stärker als sonst öffnen würde. Da die Operation frühmorgens angesetzt war und die Fahrtzeit zur Klinik einige Stunden betrug reisten wir den Abend vorher an. In der Nacht zur OP haben wir wohl alle nicht besonders gut geschlafen…
Als wir in der Klinik ankamen fand erst noch ein Aufklärungsgespräch statt (wegen Narkose und OP-Risiko) und der Anästhesist schaute sich die aktuellen Artberichte an ( Laborwerte / Bericht vom Hausarzt und die Untersuchungsergebnisse einer eigens wegen der OP durchgeführten kardiologischen Kontrolle). Und dann ging es los. Während wir in einem Aufenthaltsraum warteten wurde die Linse erst zertrümmert und dann abgesaugt. Der Kapselsack wurde belassen, um ihn unter Umständen bei einer späteren Linsenimplantion mitverwenden zu können. Auch wenn eine Augenoperation eine vergleichsweise harmlose Geschichte ist, war für uns die Wartezeit nervenzerreißend. Uns abzulenken gelang uns nicht wirklich und so schlich die Zeit quälend langsam dahin.
Endlich kam die Nachricht, dass er nun auf Station sei und wir zu ihm könnten. Wir mussten bis zum Nachmittag in der Klinik bleiben, bis sicher war, dass er die Narkose gut überstanden und er auch ein bisschen Zwieback und Trinken gut vertragen hatte. Dann wurde er entlassen und wir konnten mit ihm ins Hotel. Schmerzen hatte er erfreulicherweise keine, nur der große Augenverband störte ihn (aber das fanden wir nun wieder halb so wild). Eine Nachuntersuchung am nächsten Morgen ergab, dass alles soweit gut aussah und so konnten wir uns auf den Heimweg machen…
ich würde es immer wieder machen lassen
aber der blog an sich ist sehr interessant.
Ich wollte fragen, wie alt war ihr Sohn als er operiert wurde?